Borreliose oder FSME: Unterschiede einfach erklärt | PulsBlog
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Borreliose oder FSME: Was ist der Unterschied?

Borreliose und FSME können durch Zecken übertragen werden. Trotzdem sind es zwei verschiedene Krankheiten: Borreliose entsteht durch Bakterien, FSME durch Viren.

Von der PulsBlog-Redaktion Quellen geprüft: 24. Juli 2026 Lesedauer: etwa 9 Minuten
Der wichtigste Unterschied

Borreliose kann überall in Deutschland auftreten und wird mit Antibiotika behandelt. Gegen Borreliose gibt es derzeit keine Impfung. FSME kommt vor allem in ausgewiesenen Risikogebieten vor. Antibiotika helfen gegen das Virus nicht, dafür gibt es eine Schutzimpfung.

Borreliose und FSME im direkten Vergleich

Beide Krankheiten können nach einem Zeckenstich auftreten. Sie unterscheiden sich jedoch beim Erreger, bei der Verbreitung, bei den Beschwerden und beim Schutz.

MerkmalBorrelioseFSME
ErregerBakterien, sogenannte BorrelienFSME-Viren
VorkommenIn ganz Deutschland möglichVor allem in ausgewiesenen Risikogebieten
ÜbertragungDas Risiko steigt mit längerer SaugdauerKann bereits früh beim Stich erfolgen
Typisches frühes ZeichenWanderröte; manchmal grippeähnliche BeschwerdenFieber, Kopf- und Gliederschmerzen; oft aber keine Beschwerden
Schwere VerläufeKann Nerven, Gelenke oder selten das Herz betreffenKann Gehirn, Hirnhäute oder Rückenmark entzünden
BehandlungAntibiotikaKeine gezielte antivirale Therapie; Beschwerden werden behandelt
ImpfungDerzeit keine zugelassene Impfung in EuropaSchutzimpfung verfügbar

Was verursacht Borreliose und was verursacht FSME?

Borreliose: Bakterien

Lyme-Borreliose wird durch Borrelien verursacht. Das sind Bakterien, die im Darm einer infizierten Zecke leben. Gelangen sie beim Saugen in den Körper, können sie zunächst die Haut und später auch Nerven oder Gelenke betreffen.

FSME: Viren

FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Die Erkrankung wird durch Viren ausgelöst. Sie können in seltenen Fällen eine Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks verursachen.

Weder Borreliose noch FSME wird im normalen Alltag von Mensch zu Mensch übertragen. Eine erkrankte Person ist für Familie oder Kollegen daher nicht ansteckend.

Wie schnell werden Borreliose und FSME übertragen?

Auch bei der Übertragung gibt es einen wichtigen Unterschied. Borrelien befinden sich im Darm der Zecke. Sie müssen während des Saugens erst aktiviert werden und in Richtung Stichstelle gelangen. Das Risiko einer Übertragung steigt deshalb deutlich, wenn die Zecke länger saugt – nach Angaben des Robert Koch-Instituts besonders nach mehr als zwölf Stunden.

FSME-Viren sitzen dagegen in den Speicheldrüsen der Zecke. Sie können bereits früh beim Stich übertragen werden. Eine schnell entfernte Zecke senkt vor allem das Borreliose-Risiko, bietet aber keinen sicheren Schutz vor FSME.

Deshalb gilt immer: Entdecken Sie eine Zecke, entfernen Sie sie sofort. Eine sichere Wartezeit gibt es nicht. Die passende Anleitung finden Sie im Beitrag „Zecke richtig entfernen“.

Welche Symptome unterscheiden Borreliose und FSME?

Typische Zeichen einer Borreliose

Das bekannteste frühe Zeichen ist die Wanderröte. Dabei entsteht einige Tage bis Wochen nach dem Stich eine Rötung, die sich langsam ausbreitet. Sie muss nicht wie ein perfekter Ring aussehen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber „Wanderröte erkennen“.

Zusätzlich können Fieber, Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen auftreten. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können später unter anderem brennende Nervenschmerzen, Gesichtslähmungen oder Gelenkentzündungen entstehen. Nicht jeder Betroffene entwickelt alle Beschwerden.

Typische Zeichen einer FSME

Viele Infektionen mit dem FSME-Virus bleiben ohne erkennbare Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, erinnern sie zunächst häufig an eine Grippe: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel sind möglich.

Bei einem Teil der Erkrankten folgt nach einer vorübergehenden Besserung eine zweite Krankheitsphase. Dann können erneut Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Bewusstseinsstörungen, Koordinationsprobleme oder Lähmungen auftreten. Diese Zeichen sprechen für eine Beteiligung des Nervensystems.

Sofort medizinische Hilfe holen: Starke Kopfschmerzen mit Nackensteife, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, neue Lähmungen, Sprach- oder Schluckstörungen müssen dringend abgeklärt werden. Bei schweren oder rasch zunehmenden Beschwerden wählen Sie 112.

Wo kommen Borreliose und FSME vor?

Eine Borreliose ist nach einem Zeckenstich grundsätzlich überall in Deutschland möglich. Wie viele Zecken Borrelien tragen, kann selbst innerhalb einer Region stark schwanken.

FSME tritt dagegen vor allem in bestimmten Risikogebieten auf. Nach dem Stand von Januar 2026 weist das Robert Koch-Institut 185 Kreise als FSME-Risikogebiete aus. Sie liegen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Teilen von Hessen, Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Einzelne Risikogebiete gibt es auch in weiteren Bundesländern.

Die Gebiete werden regelmäßig neu bewertet. Prüfen Sie deshalb vor Reisen oder längeren Aufenthalten die aktuelle FSME-Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts. Erkrankungen sind auch außerhalb offiziell ausgewiesener Risikogebiete möglich, aber seltener.

Wie werden Borreliose und FSME behandelt?

Borreliose wird mit Antibiotika behandelt

Antibiotika wirken gegen Bakterien und können eine Borreliose behandeln. Welches Medikament und welche Behandlungsdauer geeignet sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Eine typische Wanderröte lässt sich häufig anhand des Hautbildes und des Verlaufs erkennen. Ein früher Bluttest kann trotz Infektion noch negativ sein.

Gegen FSME gibt es keine gezielte Behandlung

Antibiotika wirken nicht gegen Viren und helfen deshalb nicht bei FSME. Ein Medikament, das das FSME-Virus gezielt beseitigt, gibt es derzeit nicht. Behandelt werden die Beschwerden und mögliche Folgen. Schwere Verläufe gehören ins Krankenhaus.

Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung unter anderem für Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und dort Zecken ausgesetzt sind. Das betrifft zum Beispiel häufige Aufenthalte im Wald, auf Wiesen oder im eigenen Garten. Auch für bestimmte beruflich gefährdete Personen wird die Impfung empfohlen.

Wichtig: Die Impfung schützt ausschließlich vor FSME. Gegen Borreliose gibt es in Europa derzeit keine zugelassene Impfung. Auch Geimpfte sollten Zeckenstiche vermeiden, den Körper absuchen und Zecken rasch entfernen.

Was sollte man nach einem Zeckenstich tun?

  1. Zecke sofort entfernen: Greifen Sie sie dicht über der Haut und ziehen Sie sie ruhig heraus.
  2. Stichstelle reinigen: Desinfizieren Sie die Haut nach der Entfernung.
  3. Datum notieren: Halten Sie fest, wann und möglichst auch wo der Stich passiert ist.
  4. Haut beobachten: Fotografieren Sie eine auffällige Rötung mit Größenvergleich.
  5. Auf Beschwerden achten: Fieber, starke Kopfschmerzen, Wanderröte oder neurologische Auffälligkeiten gehören ärztlich abgeklärt.

Eine vorsorgliche Einnahme von Antibiotika nach jedem Zeckenstich wird in Deutschland nicht empfohlen. Auch die eingeschickte Untersuchung einer entfernten Zecke kann nicht zuverlässig vorhersagen, ob Sie erkranken werden.

Häufige Fragen zu Borreliose und FSME

Kann eine Zecke Borreliose und FSME gleichzeitig übertragen?

Grundsätzlich kann eine Zecke verschiedene Erreger tragen. Eine gleichzeitige Übertragung ist möglich, kommt aber selten vor. Bei Beschwerden entscheidet die ärztliche Untersuchung, welche Diagnostik sinnvoll ist.

Spricht Wanderröte für FSME?

Nein. Wanderröte ist ein typisches Zeichen einer Borreliose und kein typisches FSME-Symptom. Eine wachsende Rötung sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Hilft die FSME-Impfung auch gegen Borreliose?

Nein. Die FSME-Impfung schützt nur vor dem FSME-Virus. Gegen die durch Bakterien verursachte Borreliose gibt es derzeit keine zugelassene Impfung in Europa.

Kann man trotz schneller Zeckenentfernung FSME bekommen?

Ja. FSME-Viren können bereits früh beim Stich übertragen werden. Trotzdem sollte jede Zecke sofort entfernt werden, weil dadurch vor allem das Borreliose-Risiko sinkt.

Wann sollte man nach einem Zeckenstich zum Arzt?

Bei größer werdender Rötung, Fieber, starken Kopf- oder Nervenschmerzen, Lähmungen oder anderen deutlichen Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Bei Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder schweren Lähmungen wählen Sie 112.

Fazit: Gleicher Überträger, zwei verschiedene Krankheiten

Borreliose und FSME werden zwar beide hauptsächlich durch Zecken übertragen, sind aber nicht dasselbe. Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die deutschlandweit vorkommt und mit Antibiotika behandelt wird. FSME ist eine Virusinfektion, die vor allem in Risikogebieten auftritt. Eine gezielte Behandlung gibt es nicht, aber eine Impfung kann schützen.

Der beste Grundschutz bleibt gleich: Zeckenstiche möglichst vermeiden, den Körper nach Aufenthalten im Grünen absuchen und gefundene Zecken sofort entfernen.

Quellen und fachlicher Stand

Medizinischer Hinweis und Haftung: Die Inhalte wurden anhand der genannten Quellen am 24. Juli 2026 sorgfältig geprüft und dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie stellen keine ärztliche Beratung oder Diagnose dar und ersetzen weder eine persönliche Untersuchung noch eine individuelle Behandlung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal. Treffen Sie gesundheitliche Entscheidungen nicht allein auf Grundlage dieses Beitrags. Bei Beschwerden oder Unsicherheit wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt; in einem medizinischen Notfall wählen Sie 112. Trotz sorgfältiger Recherche wird keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen. Eine Haftung für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung der bereitgestellten Informationen entstehen, ist soweit gesetzlich zulässig ausgeschlossen. Unberührt bleiben die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, für Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit sowie sonstige zwingende gesetzliche Haftung.