Blutdruck richtig messen: Anleitung zu Hause | PulsBlog
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Blutdruck richtig messen: Anleitung und 7 häufige Fehler

Ein Blutdruckmessgerät liefert nur dann brauchbare Werte, wenn Manschette, Körperhaltung und Zeitpunkt stimmen. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie zu Hause verlässlich messen.

Von der PulsBlog-Redaktion Quellen geprüft: 11. September 2026 Lesedauer: etwa 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze

Setzen Sie sich vor der Messung mindestens fünf Minuten ruhig hin. Rücken und Arm sind gestützt, beide Füße stehen flach auf dem Boden. Legen Sie eine passende Manschette am freien Oberarm auf Herzhöhe an. Sprechen und bewegen Sie sich während der Messung nicht. Messen Sie zweimal im Abstand von ein bis zwei Minuten und notieren Sie beide Werte.

Wie bereitet man eine Blutdruckmessung richtig vor?

Blutdruck schwankt im Tagesverlauf. Bewegung, Aufregung, Schmerzen, Koffein und Nikotin können den Wert vorübergehend verändern. Messen Sie deshalb möglichst unter ähnlichen Bedingungen.

Zeit vor der MessungWas Sie tun solltenWarum das wichtig ist
Etwa 30 Minuten vorherNicht rauchen, keinen Kaffee trinken, nicht essen und keinen Sport treiben.Diese Einflüsse können den Blutdruck kurzfristig verändern.
Direkt vorherBlase entleeren, wenn nötig, und einen ruhigen Platz wählen.Unbehagen und Anspannung können den Messwert erhöhen.
Mindestens 5 Minuten vorherRuhig und aufrecht sitzen.Herz und Kreislauf können sich beruhigen.
Medikamente nicht eigenmächtig verändern: Messen Sie zu den mit Ihrer Arztpraxis vereinbarten Zeiten. Setzen Sie Blutdruckmittel wegen einzelner Werte weder ab noch anders ein.

Wie misst man den Blutdruck zu Hause? Anleitung in 7 Schritten

  1. Ruhig hinsetzen. Lehnen Sie den Rücken an. Stellen Sie beide Füße flach und nebeneinander auf den Boden. Schlagen Sie die Beine nicht übereinander.
  2. Oberarm freimachen. Schieben Sie enge Kleidung nicht nur hoch. Ein aufgerollter Ärmel kann den Arm abschnüren. Ziehen Sie das Kleidungsstück besser aus.
  3. Passende Manschette anlegen. Legen Sie die Manschette etwa zwei bis drei Zentimeter oberhalb der Ellenbeuge an. Sie soll weder zu locker noch zu eng sitzen. Beachten Sie die Markierungen und die Anleitung des Geräts.
  4. Arm auf Herzhöhe ablegen. Stützen Sie den leicht gebeugten Arm entspannt auf einem Tisch ab. Die Mitte der Manschette liegt ungefähr auf Höhe des Herzens.
  5. Messung starten. Bleiben Sie still, atmen Sie normal und sprechen Sie nicht. Auch Husten oder Lachen kann den Wert beeinflussen.
  6. Messung wiederholen. Warten Sie ein bis zwei Minuten und messen Sie erneut am gleichen Arm.
  7. Werte dokumentieren. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, oberen und unteren Blutdruckwert sowie Puls. Ergänzen Sie besondere Umstände, etwa Schmerzen oder eine vergessene Tablette.

Welche Fehler verfälschen die Blutdruckmessung?

Häufiger FehlerMögliche FolgeBesser so
Direkt nach Treppensteigen oder Sport messenDer Wert kann vorübergehend höher sein.Zur Ruhe kommen und den vereinbarten Abstand einhalten.
Während der Messung sprechenAnspannung und Bewegung stören die Messung.Still sitzen und normal atmen.
Beine überkreuzen oder Füße baumeln lassenDie Körperhaltung kann den Wert verändern.Beide Füße flach aufstellen.
Arm nicht abstützenMuskelarbeit kann den Wert beeinflussen.Arm entspannt auf Herzhöhe ablegen.
Manschette über Kleidung anlegenDie Messung wird unzuverlässiger.Manschette direkt auf der Haut anlegen.
Falsche Manschettengröße verwendenZu kleine oder zu große Manschetten können falsche Werte liefern.Armumfang messen und Herstellerangaben beachten.
Nur einen Einzelwert bewertenEine normale Schwankung kann überbewertet werden.Mehrfach messen und den Verlauf besprechen.

An welchem Arm sollte man Blutdruck messen?

Bei der ersten Beurteilung ist es sinnvoll, an beiden Armen zu messen. Zeigt ein Arm wiederholt höhere Werte, verwenden Sie für spätere Messungen normalerweise diesen Arm. Lassen Sie einen deutlichen oder neu aufgetretenen Unterschied ärztlich beurteilen.

Wechseln Sie im Alltag nicht ständig den Arm. Vergleichbare Bedingungen machen einen Verlauf aussagekräftiger.

Ist ein Oberarm- oder Handgelenkgerät besser?

Oberarmgerät

Ein validiertes elektronisches Oberarmgerät ist für viele Menschen die einfachere Standardlösung. Die Manschette befindet sich bei korrekter Sitzhaltung meist zuverlässig auf Herzhöhe.

Handgelenkgerät

Auch ein geprüftes Handgelenkgerät kann geeignet sein. Es reagiert jedoch stärker auf die Position. Das Handgelenk muss während der gesamten Messung exakt auf Herzhöhe bleiben.

„Validiert“ bedeutet: Die Messgenauigkeit wurde nach einem anerkannten Prüfverfahren kontrolliert. Die Deutsche Hochdruckliga veröffentlicht eine Liste geprüfter Geräte. Lassen Sie sich bei sehr großen oder kleinen Oberarmen, Herzrhythmusstörungen, Gefäßerkrankungen oder Unsicherheit beraten.

Wie oft sollte man den Blutdruck messen?

Für eine häusliche Messreihe wird häufig morgens und abends gemessen. Pro Zeitpunkt erfolgen zwei Messungen im Abstand von ein bis zwei Minuten. Ein solcher Verlauf über mehrere Tage ist meist hilfreicher als viele spontane Einzelmessungen.

Wie lange und zu welchen Uhrzeiten Sie messen sollen, hängt vom Grund der Messung und Ihrer Behandlung ab. Folgen Sie dem persönlichen Plan Ihrer Arztpraxis. Messen Sie nicht im Minutentakt, wenn ein Wert unerwartet ausfällt: Setzen Sie sich ruhig hin, prüfen Sie Haltung und Manschette und wiederholen Sie die Messung nach kurzer Pause.

Was bedeuten oberer und unterer Blutdruckwert?

Der erste, höhere Wert heißt systolischer Blutdruck. Er entsteht, wenn das Herz Blut in den Kreislauf pumpt. Der zweite, niedrigere Wert heißt diastolischer Blutdruck. Er beschreibt den Druck, während sich der Herzmuskel zwischen zwei Schlägen entspannt. Gemessen wird in Millimeter Quecksilbersäule, kurz mmHg.

Eine einzelne Messung stellt keine Diagnose. Für die ärztliche Einordnung zählen wiederholte Werte, die Messbedingungen, Vorerkrankungen, Medikamente und das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko. Eine verständliche Übersicht folgt im geplanten PulsBlog-Beitrag „Blutdruckwerte verstehen“.

Sofort Hilfe holen: Treten zusammen mit einem sehr hohen oder ungewöhnlichen Messwert starke Brustschmerzen, schwere Atemnot, Lähmungen, Sprachstörungen, Bewusstseinsstörungen oder andere plötzlich schwere Beschwerden auf, wählen Sie 112. Warten Sie dann nicht auf weitere Selbstmessungen.

Schwindel kann viele Ursachen haben und lässt sich nicht allein durch einen Blutdruckwert erklären. Mehr dazu lesen Sie im PulsBlog-Ratgeber „Schwindelig? Ursachen und Symptome von Schwindel“. Auch Stress kann Messwerte beeinflussen; der Beitrag „Nervlicher Bluthochdruck“ ordnet den Zusammenhang ein.

Häufige Fragen zum richtigen Blutdruckmessen

Soll man den ersten Blutdruckwert verwerfen?

Bewerten Sie nicht nur den ersten Wert. Messen Sie zweimal im Abstand von ein bis zwei Minuten und dokumentieren Sie beide Werte. Wie Ihre Arztpraxis die Messreihe auswertet, kann vom Anlass abhängen.

Darf man direkt nach Kaffee Blutdruck messen?

Für vergleichbare Ruhewerte sollte etwa 30 Minuten vor der Messung kein Kaffee getrunken werden. Dokumentieren Sie es, wenn die Messung unter anderen Bedingungen erfolgt ist.

Kann man den Blutdruck im Liegen messen?

In besonderen Situationen wird auch im Liegen gemessen. Für die übliche Selbstmessung zu Hause wird meist eine aufrechte, abgestützte Sitzposition empfohlen. Folgen Sie einer abweichenden ärztlichen Anleitung.

Wie eng muss die Manschette sitzen?

Sie soll glatt und sicher anliegen, aber nicht einschnüren. Meist sollten ein bis zwei Finger noch darunter passen. Entscheidend sind die Markierungen und Angaben des Herstellers.

Kann eine Smartwatch ein Blutdruckmessgerät ersetzen?

Für Diagnose und Behandlung bleiben validierte Blutdruckmessgeräte der Standard. Verlassen Sie sich bei medizinischen Entscheidungen nicht allein auf eine Smartwatch oder eine nicht validierte App.

Quellen und fachlicher Stand

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder persönliche Behandlung. Ändern Sie Medikamente nicht eigenmächtig. Bei Beschwerden oder auffälligen Messreihen wenden Sie sich an eine Arztpraxis; in einem medizinischen Notfall wählen Sie 112.